Chemnitz, 08.10.2007 - Die Fronten zwischen Trainer Ingo Steuer und seinem Chemnitzer Paar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy und der Deutschen Eislauf-Union (DEU) sind weiterhin verhärtet. Der Ex-Weltmeister hat inzwischen die Sicherheit, in dieser Saison die WM-Dritten bei nationalen wie internationalen Wettkämpfen offiziell zu betreuen. Doch das reicht Steuers Anwältin Karla Vogt-Röller nicht aus. Sie drohte unmittelbar vor Beginn der Eissaison 2007/2008 offen mit einem neuen Gerichtsverfahren, sollte die DEU weiterhin keinerlei Anstalten machen, die Arbeit des Chemnitzer Trainers mit den derzeit erfolgreichsten Sportlern des Verbandes in geeigneter Weise zu honorieren und zu entlohnen.
Derzeit ist nur sichergestellt, dass Steuer trotz seiner Stasi-Verstrickungen bei sämtlichen Wettkämpfen in der Saison 2007/2008 als offizieller Betreuer für das Paar Sawtschenko/Szolkowy akkreditiert wird. Wie bereits in der letzten Saison, sind Kosten für Reise und Unterkunft von Steuer selbst zu finanzieren. Anwältin Vogt-Röller stellt sich eine andere Variante vor, in der das Paar vom Verband Geld bekommt, mit dem ein Trainer bezahlt würde. DEU-Vizepräsident Uwe Harnos sieht angesichts der Tolerierung Steuers keinerlei weiteren Handlungsbedarf mehr. Nach Absprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem für Sport zuständigen Bundesinnenministerium darf Steuer als Betreuer offiziell auftreten, doch auf keinerlei Zahlungen bauen. Harnos hoffe nun, dass die Gegenseite »ihre Klage zurücknimmt« und somit das Hauptsacheverfahren vor dem Landgericht in München eingestellt wird.
Wenn von Seiten der DEU in den nächsten Wochen kein anderer Lösungsansatz unterbreitet werde, so Vogt-Röller, werde sie beantragen, das derzeit ruhende Verfahren vor dem Landgericht München I wieder aufzunehmen. »Im Grunde genommen wollen wir kein großes Geschrei machen, zumal dies auch immer eine zusätzliche Belastung für Trainer und Sportler bedeutet. Wenn sich jedoch der Verband nicht bewegt, bleibt uns keine andere Wahl. So behandelt man keine Spitzensportler«, erklärt Vogt-Röller auch in Anspielung auf die Tatsache, dass Sawtschenko und Szolkowy bis auf die Zuwendungen der Stiftung Deutsche Sporthilfe von sämtlichen Maßnahmen der Sportförderung ausgenommen sind.
|