München, 09.08.2007 - Mit dem positiven Bescheid des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) läuft alles auf eine offizielle Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 hinaus. Und die Bauarbeiten für die neue olympische Skiflugschanze haben bereits begonnen. Bis zum Neujahrsspringen 2008 soll die neue Garmischer Schanze stehen: ein futuristisches Konstrukt mit weit auskragendem, scheinbar schwebendem Anlauf. Spektakulärer Ersatz für die alte Schanze, die 1936, zu den Olympischen Winterspielen, am Gudiberg errichtet worden war. Diese alte Schanze musste ohnehin weg, weil sie nicht mehr den Sicherheitsstandards des Internationalen Skiverbandes (FIS) entsprach. Die neue aber hat, nachdem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) München offiziell zur Bewerbung für die Winterspiele 2018 aufgefordert hat, schon jetzt eine Art Leuchtturmfunktion.
Aus dem Plan, durch die Einbeziehung möglichst vieler umliegender Wintersportorte und der alten Sommer-Wettkampfstätten von 1972, eine besonders kostengünstige Bewerbung zu zimmern, wird nichts. DOSB-Chef Thomas Bach hat den Münchnern klar gemacht: Nur eine „kompakte Bewerbung“ hat Aussicht auf Erfolg. Die Idee, die Athleten an bestehenden Weltcup-Orten wie Reit im Winkl, Ruhpolding, Inzell oder gar Oberstdorf antreten zu lassen sind damit vom Tisch. Bis auf Garmisch als Alpin-Standort sind alle bisherigen Partnergemeinden von der Liste gestrichen. OB Ude macht sich bereits darauf gefasst, dass in den kommenden Wochen diverse Provinzfürsten ihre Ansprüche formulieren könnten: „Jeder Lokalpatriot, der einen zusätzlichen Austragungsort durchsetzen will, gefährdet die Bewerbung insgesamt.“
Bis Dezember will die Stadt München nun einen Eckpunkteplan entwickeln. Darin soll festgeschrieben sein, welche Sportarten wo stattfinden und wie die einzelnen Orte verkehrlich verbunden werden sollen. Gerade hier müssen die Münchner ein überzeugendes Konzept vorlegen. Die Verkehrsinfrastruktur spiele für den DOSB eine große Rolle. Die Kampagne selbst wird nach Schätzung des Oberbürgermeisters vermutlich einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Für Ude ist das Geld aber in jedem Fall gut angelegt. Allein die Bewerbung bringe der Stadt einen riesigen Imagegewinn.
Auch die Wirtschaft will sich engagieren
„München wird Spiele mit Herz und Charme veranstalten“, wirbt Bayerns Ski-Idol, die zweimalige Olympiasiegerin Rosi Mittermaier. Auch Bayerns Wirtschaft will sich engagieren: In einer Phase des Aufschwungs seien Firmen eher bereit, mit viel Geld ins Sponsorengeschäft einzusteigen, prophezeit IHK-Präsident Reinhard Dörfler. Die Aussicht auf konkrete Aufträge wie den Ausbau der Autobahn A8, Zubringer zu den potenziellen Olympia-Austragungsorten Königssee/Berchtesgaden, sorge für zusätzlichen Optimismus bei den Unternehmen. Sogar die Realisierung des umstrittenen Transrapid-Projekts ist wieder Gegenstand ernsthafter Planspiele in München.
Kräftige Investitionen zur Ski-WM 2011
„Die Ski-WM 2011 ist ein Meilenstein für die Münchner Olympia-Bewerbung 2018“, glaubt Ex-Slalom-Ass Christian Neureuther. Das liegt zum einen am Zeitplan der WM: „Nur wenige Monate später wird das IOC über die Vergabe der Winterspiele 2018 entscheiden.“ Zum anderen an der bis 2011 geschaffenen Infrastruktur. Denn wegen der Ski-WM wollen die Garmischer kräftig investieren.
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